Kärntens Kulturpolitik stellt die Weichen neu: Mit der Kunst- und Kulturstrategie Kärnten/Koroška 2030 wurde heute, Montag, ein breit abgestimmter Zukunftsplan präsentiert, der Kunst und Kultur langfristig stärkt und weiterentwickelt. Gemeinsam mit dem neuen Webauftritt der Kulturabteilung des Landes wurde die Strategie im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt. Kulturreferentin LHStv.in Gaby Schaunig betonte die Bedeutung des Prozesses und die klare Ausrichtung auf Umsetzung:
„Eine Strategie ist immer nur so gut wie ihre Umsetzung. Mit dieser breit getragenen Kunst- und Kulturstrategie liegt nun ein starkes Fundament vor, das laufend weiterentwickelt werden kann. Sie ist ein living paper, das den offenen Diskurs sichert und Kunst und Kultur langfristig klare Perspektiven bietet.“
Breiter Konsens
Die Strategie wurde in einem breit angelegten Beteiligungsprozess entwickelt. Rund 1.400 Menschen aus Kunst, Kultur und Gesellschaft brachten sich in Zukunftsforen, Werkstätten und Dialogformaten ein. Angestoßen wurde dieser Prozess noch unter Alt-Landeshauptmann Peter Kaiser.
Angelika Hödl, Vorsitzende des Kärntner Kulturgremiums, unterstrich die besondere Qualität dieses Zugangs:
„Es war deutlich spürbar, dass Kunst und Kultur ernst genommen werden. Offenheit, Transparenz und echte Einbindung der Szene haben zu einem breiten Konsens geführt.“
Umsetzbar
Die Ergebnisse sind klar strukturiert und konkret umsetzbar. Insgesamt wurden 24 Ziele und 67 Maßnahmen definiert – rund 20 davon befinden sich bereits in Umsetzung.
„Von Rechtsberatung über Social-Media-Workshops bis hin zu neuen Räumen für Kunst und Kultur – entscheidend war für uns immer die Machbarkeit“,
erklärte Brigitte Winkler-Komar, Leiterin der Abteilung Kunst und Kultur. Auch aus der freien Szene kommt klare Unterstützung. Mika Palmisano von der IG KIKK sieht in der Strategie ein wichtiges Signal:
„Die Strategie schafft ein starkes kulturpolitisches Fundament – mit einem klaren Bekenntnis zu Mehrsprachigkeit, Diversität und fairen Rahmenbedingungen.“
Sechs Schwerpunkte
Im Zentrum der Strategie stehen sechs Schwerpunkte: Vernetzung und Kooperation, kulturelles Erbe im Wandel, analoge und digitale Räume, die Verbindung von Kunst und Tourismus, gezielte Unterstützung sowie der Zugang zu Kunst und Kultur. Damit werden sowohl Tradition als auch Innovation gestärkt – und Kultur noch näher zu den Menschen gebracht. Für Schaunig ist genau das entscheidend:
„Kunst und Kultur entfalten ihre volle Kraft dort, wo sie nah bei den Menschen stattfinden. Deshalb stärken wir die Zusammenarbeit mit Gemeinden, bauen kulturelle Räume aus und schaffen tragfähige Strukturen für ein lebendiges Kulturleben in allen Regionen Kärntens.“
Bereits laufende Maßnahmen reichen von neuen Räumen für die freie Szene über verstärkte Kooperationen bis hin zu digitalen Weiterbildungsangeboten und einer jährlichen Kunst- und Kulturkonferenz. Ein zentraler Baustein ist auch der neue Webauftritt, der erstmals alle relevanten Informationen zu Förderungen, Ausschreibungen und Veranstaltungen bündelt. Mit der Kunst- und Kulturstrategie Kärnten/Koroška 2030 setzt das Land damit ein klares Zeichen: für Vielfalt, Gleichstellung, Zweisprachigkeit und eine nachhaltige kulturelle Entwicklung. Die Evaluierung der Umsetzung ist für das Jahr 2031 vorgesehen.